Web Reputation Archive

kununu schießt sich ein Eigentor

Ich habe gerade ein Paradebeispiel für ein schlechtes Ruf-Management gefunden. Auf dem Blog von Jobscout24, zeigt ausgerechnet der auf Online-Reputation für Unternehmen spezialisierte Dienst kununu, wie man seine Web Reputation gehörig in den Sand setzen kann.

Bereits im Oktober 2008 wurde auf dem Blog ein kleiner Artikel über Job-Bewertungsportale veröffentlicht. Darauf hin schreibt Marcus als Kommentar, dass er von dem Geschäftsmodell und von kununu an sich schon mal gar nichts hält. Auch kununu liest in diesem Blog mit und reagiert am 20. März 2009 (Oktober – März, die Reaktionsgeschwindigkeit ist atemberaubent). ABER anstatt dem Ganzen mit einem offiziellem Statement entgegenzutreten, versucht man anonym, unter dem Namen Katrin L., den Dienst kununu und seines Gleichen wieder ins rechte Licht zu rücken. Dumm nur, wenn man das als Mitarbeiter von kununu von dem Rechner an seinem Arbeitsplatz tut und dann dabei auch noch auffliegt. Am Ende postete daraufhin Sepita:

Hallo Kathrin L., danke für deinen Kommentar.

Das Problem daran ist leider, dass es auf sehr schlechtes Online Reputation Management hinausgeht. Da deine IP aus dem Netzwerk der Firma Kununu stammt, ist deine Aussage leider ein wenig fragwürdig. Wir wünschen Euch aber nichtsdestotrotz viel Erfolg für die Zukunft.

Viele Grüße, Sepita

Vielen Dank für diesen Kommentar!

Diskussion und Reputation

Diskussionsforen – viele Nutzen sie, aber auch bewusst!? Nun gut, das gute alte Diskussionsforum kann nicht wirklich mit Communities oder Instant Messaging mithalten, aber sie sind doch trotz allem eine sehr wertvolle Methode, um mit potentiellen Kunden und anderen Menschen aus Ihrer Branche in Kontakt zu treten. Sie sind somit ein wichtiger Bestandteil einer Ruf-Management-Strategie.

Mit Kompetenz glänzen

Diskussionsforen sind ein hervorragender Platz, um durch Kompetenz zu überzeugen. Warum sollten Sie, wenn Sie etwas Nützliches wissen, es nicht mit anderen teilen? Jeden Tag tauchen in unzähligen Foren viele Fragen zu so gut wie jeder Dienstleistung bzw. jedem Produkt auf. Verwenden Sie doch einfach die Foren als eine freie Form der Werbung. Es ist meistens zwar nicht gestattet konkrete Werbung für etwas zu machen, aber solang Sie unter Ihrem vollen Namen antworten und Problemstellungen erörtern, werden Sie als Fachmann wahrgenommen und machen somit indirekt auch Werbung für Ihr Unternehmen, ihre Dienstleistung oder Ihr Produkt.

Wissbegierde erzeugen

Je mehr Sie sichtbar und aktiv auf Foren sind, desto mehr Menschen werden Sie sehen und als Fachmann wahrnehmen. Die meisten Foren erlauben Ihnen eine Signatur unter Ihre Beiträge zu schreiben. Sie haben also die Möglichkeit einen Link zu Ihrer Firmenhomepage oder zu Ihrem Blog zu setzen. Ist das nicht super!? Sie können mit Ihrem Fachwissen glänzen, anderen helfen und je mehr Sie das tun, desto neugieriger werden die anderen Foren-Mitglieder und umso öfter klicken Sie auf Ihre gesetzten Links.

Rufaufbau

Ihr Ruf beruht allein darauf, was andere Leute denken oder über Sie sagen. Je mehr Menschen Sie also kennen, desto öfter wird man über Sie sprechen. Je aktiver sie also auf Foren sind und je mehr Sie mit kompetenten Beiträgen überzeugen können, umso mehr Leute werden Sie kennenlernen, die Sie als Experte anerkennen und Sie auch weiterempfehlen werden.

Lerneffekt

Und das Beste an Foren ist, dass man kostenlos an dem Reichtum der Informationen partizipieren kann. Ja, Sie können in Ihrem Gebiet/Geschäft ziemlich gut sein, aber es wird immer jemanden geben, der etwas besser weiß oder Ihnen mit Rat zur Seite stehen kann. Das ist doch wunderbar! Man hilft, man baut sich einen gute Web Reputation auf, man macht Werbung und man bekommt sogar etwas zurück.

Bei einer ausgewogenen Ruf-Management-Strategie darf meiner Meinung nach eine aktive Beteiligung, idealerweise in branchenspezifischen Foren, nicht fehlen. Auch wenn es manchmal mühselig sein wird, wird man auf Dauer eine Menge Nützliches mitnehmen können.

Ein Problem mit der Web Reputation– na und!?

Was mache ich eigentlich, wenn meine Web Reputation oder die meiner Firma angriffen wird? Ich denke, diese Frage geht vielen Menschen durch den Kopf – meistens aber erst wenn es zu spät ist. Interessant wird es dann, wenn man sich anschaut wie unterschiedlich die betroffenen Personen oder Unternehmen darauf reagieren:


1. Es wird rein gar nichts unternommen.

2. Es werden Anwälte engagiert.

3. Sie zahlen eine Menge Geld, um das Problem aus der Welt zu schaffen.

4. Sie steigen in die Diskussion ein und versuchen die Kritiker vom Gegenteil zu überzeugen.

5. Sie unternehmen etwas gegen Online-Angriffe bevor sie überhaupt auftreten.


Es wird wahrscheinlich niemanden überraschen, wenn ich sage, dass die betroffenen Unternehmen oder Personen im Allgemeinen gar nichts unternehmen. Dabei wären die Varianten 4 und 5 doch solide Online-Reputation-Verwaltungstechniken. Also warum um Himmels Willen unternehmen die meisten rein gar nichts!?


Unterschätzung des Internets

Obwohl das Internet bereits viele Jahre unser Leben mitbestimmt, unterschätzen immer noch viele Unternehmen und Personen die Macht des Mediums und wissen oft nicht wie wichtig ihre Reputation im Netzt ist. Viele sehen das Internet immer noch als Sammelbecken von lästigen Jugendlichen oder als eine andere Art von Medium an, um das man sich nicht besonders kümmern muss. Nehmen wir als Beispiel einen Blogger, der sich über ein Unternehmen beschwert. Die Marketing-Abteilung des Unternehmens ignoriert jedoch diesen „Querulanten“ und hofft das sich dieses Problem von selbst erledigt. Davon hört und liest man immer wieder und dann nach ein paar Monaten oder Jahren, wenn die Betroffenen merken, dass sich das Problem nicht von allein erledigt, ist das Geschrei groß. Was ist passiert? Der Blogger steht mit vielen anderen Bloggern, Freunden und Bekannten im Internet in Kontakt, die seinen Blog regelmäßig lesen und diese Nachricht wahrscheinlich auch noch weiterverbreiten werden. Die negativen Nachrichten können sich also zu einem unkontrollierbaren Flächenbrand entwickeln.

Überschätzung der eigenen Kraft


Ein weitverbreiteter Irrglaube ist auch, dass die eigene unternehmerische Macht ausreicht, um gegen jeden Angriff zu bestehen. Sie glauben, dass ihr Geld und ihre Anwälte das Schiff schon irgendwie schaukeln werden. Anstatt das (soziale) Internet zu umarmen, versuchen sie es zu bekämpfen, aber gerade dieses Vorgehen ist als wenn sie Öl ins Feuer gießen würden. Die Drohung mit einer Klage ist nur noch mehr Brennstoff für die Blogger und Meinungsführer im Internet. Wenn das Problem oder die Beschwerde noch nicht allzu bekannt war, dann wird es das jetzt erstrecht werden; und die Web Reputation wird dauerhaft geschädigt sein.


Angst

Es liegt in der Natur des Menschen, dass er Angst vor dem Unbekannten hat. Von daher wundert es mich nicht, das viele Unternehmen so kritisch gegenüber dem (sozialen) Internet sind. Sie kennen es einfach nicht, da es vor 10 Jahren noch nicht einmal existierte. Früher wussten erfolgreiche Unternehmen genau über die Regeln von Marketing, Kundendienst, Verkäufen und PR Bescheid und wie man innerhalb dieser Regeln so spielte, dass die Aktionäre und die Kunden zu frieden waren. Doch mit dem Aufstieg des (sozialen) Internets fand auch eine radikale Revolution der Kommunikation statt. Neue Tools, eine größere Reichweite, mehr Nutzer und vor allem neue Regeln an die man sich gewöhnen muss und an welche man sich anpassen muss, um in der digitalen Welt bestehen zu können.

Tradition

Die dritte Vorgehensweise ist einfach traditionell bedingt – so haben wir es immer gemacht, also warum sollten wir es anders machen!? Wer ein Problem hat, der wird mit Geld oder Geschenken zum Schweigen gebracht oder bestenfalls dazu, dass er seine Meinung revidiert.

Ich denke jedoch, wer eine Beschwerde hat, der will kein Geld oder Geschenke. Alles was er oder sie wollen ist eine Lösung. Nicht jeder denkt wie ein Aktionär, bei dem nur das Ergebnis zählt.

Ich denke auch, dass man das eigentliche Problem ignoriert, wenn man immer nur die althergebrachten Vorgehensweisen nutzt anstatt sich für Neues zu öffnen. Der beste Beweis wird hierbei der nicht enden wollende Fluss an negativen Kommentaren im Netz sein, die dann genau das Gegenteil bewirken werden.

Unerfahrenheit

Das größte Problem ist die Unerfahrenheit. Viele Unternehmen, die erfolgreich sein wollen, müssen viel Zeit und Kraft investieren, um zu wachsen und um führend in ihrer Branche zu sein. Es gibt eine Million Dinge die es zu beachten gilt und gerade weil das soziale Web noch so jung ist, steht es bei vielen Unternehmen noch gar nicht auf der Tagesordnung. In meinen Augen verstehen sie es auch einfach nicht, weil sie schlichtweg keine Zeit haben zu realisieren wie wichtig das Web 2.0 ist.

Ich hab mich mit vielen Leuten unterhalten, die das Web 2.0 eher mit Sorge betrachten, weil sie bereits das eine oder andere Mal die volle Wucht einer negativen Nachricht getroffen hat. Solang ein Unternehmen oder eine Person nicht weiß, wie sie mit Kritik im Netz umzugehen hat, wird es auch in Zukunft schwer haben in der nicht-virtuellen Welt zu bestehen. Man muss einfach lernen sich der Probleme im Netz anzunehmen und auf eine proaktive und positive Weise zu reagieren. Ansonsten wird sich eine kleines Problem schneller als man denkt zu einen anhaltenden Flächenbrand entwickeln.

An dieser Stelle möchte ich aber auch festhalten, dass das Online-Reputation-Management noch ein relativ neuer Marketing-Bereich ist und sich daher das Verhältnis zwischen den fünf Strategien sicherlich bald verschieben wird, bis dahin werden wir die Leute weiterhin auf die Wichtigkeit ihrer Web Reputation aufmerksam machen.

5 Tipps für eine bessere Web Reputation

Informationen, die im Internet über Personen zu finden sind, werden immer wichtiger, vor allem was das Berufliche anbelangt. Nicht nur die neue Bekanntschaft versucht, mit Hilfe der Online-Suchmaschinen etwas über das Gegenüber von gestern Abend herauszufinden, auch zukünftige Arbeitgeber machen das, bevor sie einen potenziellen Mitarbeiter zum Vorstellungsgespräch einladen.

Folgende Tipps tragen dazu bei, den eigenen Ruf im Internet zu stärken.

1. Registrierung einer Domain mit dem eigenen Namen:
So besteht die Möglichkeit beispielsweise eine .at-, .de.- oder .com-Domain mit seinem eigenen Vor- und Nachnamen als Präsentationsmöglichkeit für Suchanfragen im Internet zu nutzen. Indem man auf dieser Seite die wichtigsten Daten und Informationen zu seiner Person zusammenstellt, verfügt man sozusagen über eine Online-Visitenkarte. Auch auf seine Businessdaten bei Network-Plattformen, wie www.xing.com, kann man so verweisen.

2. Suchmaschinen beobachten:
Um einen Überblick über Informationen zu seiner Person im Internet zu bewahren, empfiehlt es sich immer wieder, seinen Namen in Suchmaschinen einzugeben. Man kann zwar bei Google nicht direkt auf die Suchergebnisse einwirken, doch bei neuesten Personensuchmaschinen, wie beispielsweise www.spock.com, besteht die Möglichkeit, das eigene Profil zu claimen.

3. Blogbeiträge unter dem Klarnamen verfassen:
Um Kompetenz und Professionalität zu beweisen, sollte man Blogbeiträge über den Bereich, in dem man tätig ist, stets unter dem Klarnamen veröffentlichen. Blogs verfügen über eine hohe Verlinkungsrate und werden deshalb auch bei Google hoch eingestuft – somit gibt es keine wirksamere Möglichkeit, um die eigene Präsenz im Internet mitzubestimmen.

4. Selbstdisziplin:
Hier geht es vor allem um Communities wie studiVZ. Man sollte sich, bevor man Gruppen mit dubios klingenden Namen beitritt oder Bilder der letzten Partynacht online stellt, darüber im Klaren sein, dass auch künftige Personalchefs diese Informationen zur Recherche nutzen könnten und so beispielsweise vielleicht auf den einen oder anderen Eintrag auf einer Pinnwand einer guten Web Reputation zuliebe doch verzichten.

5. Online-Reputation-Management in Anspruch nehmen:
Dann kann man natürlich auch Profis – wie uns – mit der Überwachung, Kontrolle und/oder Korrektur des eigenen Online-Rufs betrauen. Wir übernehmen gerne alle Aufgaben im Zusammenhang mit einer guten Web Reputation und können unerwünschte oder verunglimpfende Informationen aus dem Internet entfernen.

Autoren: Johannes Giesche, Philipp Einecke