Verhaltenskodex Archive

Marketing Constructor im TV-Interview

Quelle

Johannes Giesche (Geschäftsführer von Marketing Constructor) war am 01.02.2010 zum Thema “Negative Bewertungen im Internet” in einem Fernsehinterview zu sehen.

Web 2.0: User Generated Content – die Verantwortung liegt beim Nutzer

Auf diversen Internetportalen findet man sie – Videos in denen (vor allem) junge Menschen bei Trinkgelagen zu sehen sind. Zudem gibt es noch zig Seiten mit Anleitungen zu exzessiven Konsum harter Alkoholika. Und wer trägt die Verantwortung oder achtet auf den Jugendschutz? Der Nutzer selbst!?

Gerade kam ein für mich doch sehr erschreckender Bericht in meiner Flimmerkiste. Der Bericht enthielt eigentlich nicht wirklich etwas Neues. Nur das der Kult ums „Komasaufen“ auf Portalen wie YouTube und MyVideo  von Jahr zu Jahr zu nimmt. Dürfte soweit allseits bekannt sein. Doch was sagen eigentlich die Portale dazu?

YouTube verwies gegenüber Report Mainz darauf, dass solche Videos gegebenenfalls vom Netz genommen würden, sobald sie von einem Nutzer gemeldet worden seien.

Hab ich das richtig verstanden!? Der Nutzer soll jetzt also überprüfen, ob bei YouTube anstößige Videos sind oder nicht? Die Verantwortung liegt also beim Nutzer, nicht beim Betreiber…Richtig! Warum auch selbst darum kümmern. Soll das doch jemand anderes machen.

MyVideo bezweifelte sogar das solche Videos ein negative Wirkung auf Jugendlich hat. Schriftliches Zitat gegenüber Report Mainz:

Was sollte daran auch sehenswert sein, Fremden beim Betrinken zuzuschauen?

Das Zitat lass ich mal so stehen. Ich denke, dass die Betreiber in Sachen Jugendschutz mehr in die Pflicht genommen werden müssen. Doch wie soll das geschehen!? Staatliche Kontrolle? Zensur? Portale sperren?

Was meint Ihr?

Eins steht jedenfalls fest, die Portale haben eine Verantwortung die Jugendlichen vor solchen Videos zu schützen und dem Hype des „Komasaufens“ entgegenzuwirken. Wenn sie dieser Pflicht nicht nachkommen, dann sollte man eventuell ernsthaft über eine Portal-Sperre nachdenken.

Verhaltenskodex für Online Plattformen

Nach anhaltender Kritik  haben die Betreiber der  großen Online-Plattformen von studiVZ, schülerVZ, Lokalisten und wer-kennt-wen.de reagiert und einen Verhaltenskodex verabschiedet. Durch diesen Kodex möchte man unter anderem das immer öfter auftretende Cyber-Mobbing bekämpfen. Auch andere Belästigungen jeder Art sollen so eingedämmt werden. Zudem wolle man mit Informationen gezielt Erziehungsberechtigte über den Schutz ihrer Kinder aufmerksam machen.

Folgende Vorteile für die Benutzer von Online-Plattformen bringt der neue Verhaltenskodex mit sich. Sollte sich ein Benutzer von einer Plattform verabschieden, dann werden die Daten im Hintergrund nun auch wirklich gelöscht. Gleichzeitig werden Profile von Mitgliedern, welche unter 16 Jahre alt sind,  in Suchmaschinen nicht mehr angezeigt. Außerdem wurde der Schutz von Mitgliedern innerhalb der Community auch noch mit besseren Schutzmechanismen versehen, weil nur noch Personen das Profil eines Benutzers einsehen können, die auch auf der Freundesliste stehen.

Trotzdem ist zu kritisieren, dass die auch in Deutschland aktiven Plattformen Myspace und Facebook den Verhaltenskodex nicht unterschrieben haben und somit auch nicht anwenden werden. Immerhin vereint Myspace nach eigenen Angaben rund fünf Millionen deutsche Benutzer. Facebook vereint nach Medienangaben immerhin noch 2 Millionen deutsche Benutzer.

Es bleibt abzuwarten wie effektiv der Verhaltenskodex sein wird. Selbstverständlich ist es der richtige Schritt, welcher schon lange hinfällig war. Aber trotzdem muss man immer beachten, dass es einen hundertprozentigen Schutz wohl nie geben wird. Wie auch schon die Betreiber von studiVZ gesagt haben, ein richtiger Schutz setzt die Mitarbeit der Benutzer der Community voraus.

Hier finden Sie den Verhaltenskodex online: http://www.fsm.de/inhalt.doc/VK_Social_Networks.pdf