Social Media Archive

Online-Wahlkampf im studiVZ

Die Bundestagswahl rückt immer näher, so auch die Anstrengungen der einzelnen Parteien ihre Kandidaten möglichst präsent für ein breites Publikum zu präsentieren. Natürlich werden da Online-Plattformen immer mehr als Werbefläche benutzt. Mit mittlerweile rund 12 Millionen registrierten Benutzern, ein Großteil aus Deutschland, wird studiVZ immer attraktiver um besonders junge Menschen zu erreichen.

Deswegen haben die Parteien reagiert. Viele Kandidaten die zur Bundestagswahl 2009 antreten, sind mit einem Profil in der VZ-Familie zu finden. Aber besonders die Spitzenkandidaten, wie Angela Merkel, Frank-Walter Steinmeier oder Guido Westerwelle, haben ein besonderes Profil. Dieses wurde offiziell von studiVZ geprüft und der Aufbau dieser Profile entspricht den nicht ganz dem gewohnten wie wir es kennen. Deutlich erkennbar ist der Charakter, dass es hier um die Vorstellung einer Person geht. So findet man zu erst biografische Daten zu den Personen und vielerlei Verlinkungen zu den persönlichen Internetseiten der Kandidaten. Außerdem sind YouTube-Videos auf den Profilen zu finden. Aber wie heißt es so schön, Bilder sagen mehr als 1000 Worte. Dementsprechend sucht einfach mal im studiVZ nach Merkel & Co und schaut euch selber die Profile an.

Wie ich finde eine sehr gelungene Idee der Wahlkampfstrategen der Parteien. Das Design und die Aufmachung sind sehr zeitgerecht und lenken gut ab vom langweiligen Politik-Image. Gerade junge Leute, wie man sie nun mal auf studiVZ findet, kann man so wunderbar erreichen. Gleichzeitig bietet man den Wählern auch die Chance sich mit den politischen Inhalten der Parteien bequem über ein gewohntes Format zu informieren. Schön wäre es noch, wenn man so die politische Diskussion im Internet mehr anstoßen kann. Wie ich finde, ein sehr wichtiges Instrument zur Meinungsbildung. Gleichzeitig freut es mich natürlich zu sehen, dass die Wahlkampfstrategen mittlerweile eingesehen haben, das zur Vermarktung eines Politikers mittlerweile mehr gehört als eine persönliche Internetseite und Blog: Das Web 2.0 ist angekommen.

Web 2.0: User Generated Content – die Verantwortung liegt beim Nutzer

Auf diversen Internetportalen findet man sie – Videos in denen (vor allem) junge Menschen bei Trinkgelagen zu sehen sind. Zudem gibt es noch zig Seiten mit Anleitungen zu exzessiven Konsum harter Alkoholika. Und wer trägt die Verantwortung oder achtet auf den Jugendschutz? Der Nutzer selbst!?

Gerade kam ein für mich doch sehr erschreckender Bericht in meiner Flimmerkiste. Der Bericht enthielt eigentlich nicht wirklich etwas Neues. Nur das der Kult ums „Komasaufen“ auf Portalen wie YouTube und MyVideo  von Jahr zu Jahr zu nimmt. Dürfte soweit allseits bekannt sein. Doch was sagen eigentlich die Portale dazu?

YouTube verwies gegenüber Report Mainz darauf, dass solche Videos gegebenenfalls vom Netz genommen würden, sobald sie von einem Nutzer gemeldet worden seien.

Hab ich das richtig verstanden!? Der Nutzer soll jetzt also überprüfen, ob bei YouTube anstößige Videos sind oder nicht? Die Verantwortung liegt also beim Nutzer, nicht beim Betreiber…Richtig! Warum auch selbst darum kümmern. Soll das doch jemand anderes machen.

MyVideo bezweifelte sogar das solche Videos ein negative Wirkung auf Jugendlich hat. Schriftliches Zitat gegenüber Report Mainz:

Was sollte daran auch sehenswert sein, Fremden beim Betrinken zuzuschauen?

Das Zitat lass ich mal so stehen. Ich denke, dass die Betreiber in Sachen Jugendschutz mehr in die Pflicht genommen werden müssen. Doch wie soll das geschehen!? Staatliche Kontrolle? Zensur? Portale sperren?

Was meint Ihr?

Eins steht jedenfalls fest, die Portale haben eine Verantwortung die Jugendlichen vor solchen Videos zu schützen und dem Hype des „Komasaufens“ entgegenzuwirken. Wenn sie dieser Pflicht nicht nachkommen, dann sollte man eventuell ernsthaft über eine Portal-Sperre nachdenken.

studiVZ wird von Facebook verklagt

Als ich das erste Mal auf studiVZ aktiv war und mir die Features der Plattform angeschaut habe, kam mir die Software und das Design doch irgendwie bekannt vor. Nach genauerem Hinsehen kam ich auf Facebook, den amerikanischen Ableger. Der größte Unterschied liegt bisher wohl in der Farbgebung.

Zumindest Facebook hat nun reagiert und den deutschen Ableger studiVZ vor einem Kölner Gericht verklagt. Facebook hatte aber schon im Juli 2008 gegen StudiVZ vor einem Gericht in Kalifornien Klage eingereicht. Die Anklagepunkte lauten das unrechte benutzen von Design, Features und Service. Besonders brenzlig wird die Sache, weil studiVZ angeblich fälschlicherweise Zugriff auf einen Server von Facebook hatte, wo der Quellcode der amerikanischen Online-Plattform lagerte. Sollte das sich im Nachhinein wirklich als wahr erweisen, wird das sehr teuer für studiVZ.

Beiden Parteien wurde nahgelegt, einen unabhängigen Gutachter aufzusuchen, der außergerichtlich zu einer Einigung beiträgt. Der Gutachter würde unter anderem den Quellcode der Software analysieren und nach Gemeinsamkeiten suchen.

Nicht desto trotz bleibt ein fader Nachgeschmack bei studiVZ hängen. Wie oben schon angedeutet, ist der wohl deutlichste Unterschied die Farbgebung. Das Design von studiVZ erinnert doch stark an Facebook. Aber auch Funktionen wie die Pinnwand sind auf beiden Plattformen zu finden. Dementsprechend liegt die Vermutung wohl immer nahe, nur ein billiger Klon zu sein.

Social Media: Wenn der Arbeitgeber mitliest

Wer kennt das nicht – man ist krank, liegt zu Hause im Bett, versucht sich zu erholen und surft mit seinem Laptop oder seinem iPhone  im Internet. In Zukunft sollte sich wohl jeder dreimal überlegen, ob man während seiner Erkrankung mal eben seine Profile in den jeweiligen Communities checkt.

In der Schweiz wurde letzten November eine Angestellte während ihrer Erkrankung auf Facebook gesehen und daraufhin gekündigt. Begründung: „Wer Facebook besuchen kann, kann auch arbeiten.“

Interessant ist auch .wie der Arbeitgeber und die Versicherung an die Daten gekommen sind. Laut Aussage der (Ex-) Angestellten, wurde sie über einen Fake-Account (eine angebliche Arbeitsbekanntschaft), ausspioniert. Dies bestreiten jedoch Arbeitgeber und Versicherung – was sonst.

Zeigt mal wieder, dass man sich gut überlegen sollte, an wen man seine Kontaktdaten oder in dem Fall „Kontrolldaten“ preisgibt. Das Web 2.0 oder der persönliche Online-Ruf wird einem sonst schneller zum Verhängnis als einem lieb ist.

Mehr Infos zu dem Fall gibt’s hier.

Online-Reputation: Unternehmen und Persönlichkeit

Eine der vielen Veränderungen, die das Social Internet mit sich bringt ist, dass die Kluft zwischen geschäftlichem und privatem Leben immer kleiner wird. Die Arbeit ist nicht mehr eine Aktivität von 9 bis 17 Uhr. Handys, E-Mail, Laptops und High-Speed-Internet bedeutet, dass unser berufliches und privates Leben immer mehr miteinander verschmelzen.

Diese Tatsache wirft meines Erachtens eine Frage auf: Wie viel Persönlichkeit sollte in Ihrem Unternehmen stecken bzw. wie viel Unternehmen sollte in Ihrer Persönlichkeit stecken?

In seinem Post Business Isn´t Personal, warnt J. Jantsch davor, Personal Branding mit dem Aufbau eines Geschäfts zu verwechseln. Diese beiden Dinge müssen getrennt sein und bleiben, weil wenn man, seiner Auffassung nach, seine Persönlichkeit aufbaut, das Geschäft auf der Strecke bleibt.

Auf der einen Seite kann ich sein Argument verstehen – ein Unternehmen muss was sein bzw. anbieten, was man verkaufen kann und wenn man sein Geschäft nur langsam über den Aufbau seiner Online-Reputation entwickelt, dann wird es nicht wirklich (schnell) bergauf gehen. Aber ich denke, dass das nicht völlig zutrifft.

Ja, es ist richtig, wenn man sich hauptsächlich auf sein Unternehmen konzentriert. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass man selbst ein wesentlicher Bestandteil des Unternehmens ist. Ob man es will oder nicht, die bzw. Ihre Persönlichkeit beeinflusst die Sichtweise anderer auf das Unternehmen. Gerade heute im Zeitalter des Web 2.0 . Jeder einzelne Mitarbeiter ist quasi ein Aushängeschild der Firma und wenn dieses Aushängeschild potentiellen Kunden oder Investoren nicht zusagt, dann sehen diese wahrscheinlich schneller von einem Kauf bzw. einer Investition ab, als Ihnen lieb ist.

J. Jantsch erkennt auch, dass man mit einer persönlichen Reputation starten muss, aber er sagt auch ganz klar, dass man sich zu einer Marke weiterentwickeln muss, unabhängig vom Aufbau seiner persönlichen Online-Reputation. Auf jeden Fall! Ich denke jedoch, dass man es sich heutzutage nicht leisten kann, mit der Arbeit an der persönlichen Web Reputation aufzuhören. Man weiß nie zu 100 Prozent was mal passieren wird und wenn man sich mal umorientieren muss, dann darf meiner Meinung nach meine eigene Marke, nämlich ICH, nicht im Rückstand sein. Von daher: Aufs Geschäft konzentrieren, aber sich selbst nicht vergessen.

Grundsätzlich geht es in seinem Post darum, dass es schwierig ist, eine persönliche Marke zu verkaufen, aber ich bin mir nicht wirklich sicher, dass das die Meisten wollen. Ich denke die meisten User, die ihr eigenes Branding vorantreiben neben dem Aufbau eines Geschäfts, versuchen, den Aufbau Ihres Online-Rufs als Unterstützung zu nutzen, um Ihr Geschäft schnellstmöglich voran zu bringen. Natürlich wollen sie dies nicht auf Kosten der Web Reputation Ihres Unternehmens – es muss ein Gleichgewicht sein. Ich denke, zu weit in die eine oder andere Richtung wird auf Dauer nicht funktionieren.

Letztendlich setzt Social Media voraus, dass man eine Persönlichkeit hat und diese ist nun mal sichtbar. Und je mehr Sie an Ihrem Online-Ruf arbeiten, desto mehr Menschen werden beginnen Ihnen zu Vertrauen und somit letztlich auch Ihrer Marke bzw. Ihrem Unternehmen.

Interview mit Markus Beckedahl zum Thema Wahlkampf 2.0

Markus Beckedahl (Betreiber von Netzpolitik.org)

Twitter: Kostenpflichtige Premium-Accounts noch in diesem Jahr

Im Blog des Wall Street Journals war jetzt vom Twitter Mitgründer Biz Stone zu lesen, dass Twitter noch in diesem Jahr für Firmenkunden und Power User kostenpflichtige Premium-Accounts einrichten will.

Für eine Nutzungsgebühr bekommen dann die Nutzer der Premium-Accounts weitere Features zur Verfügung gestellt. Was genau das dann sein wird und wann genau die Premium-Accounst gelauncht werden, wurde nicht gesagt.

Ich denke aber, dass es eine Menge Sachen geben wird, wofür andere Unternehmen bereit wären für Twitter zu zahlen. Sinnvoll wären beispielsweise ein Analyse-Tool, welches dem Unternehmen mehr Informationen über die Leute gibt, die ihre Twitter-Seite lesen oder ein Tracking-Tool, welches einem sagt, was die Follower untereinander über das jeweilige Unternehmen sagen. Somit würde jedes einzelne Unternehmen schneller Feedback vom Kunden bekommen (wenn auch indirekt) und könnte auch besser seinen Ruf im Internet überwachen (lassen). Also auch in Sachen Ruf-Management wird Twitter in Zukunft für Unternehmen immer wichtiger werden.

Was dabei nun letztendlich rauskommen wird bleibt abzuwarten, aber eines ist sicher: In Sachen Online-Marketing, Online-Reputation-Mangement und direkter Kommunikation mit dem (potentiellen) Kunden wird Twitter noch enorm an Bedeutung zu legen.

kununu schießt sich ein Eigentor

Ich habe gerade ein Paradebeispiel für ein schlechtes Ruf-Management gefunden. Auf dem Blog von Jobscout24, zeigt ausgerechnet der auf Online-Reputation für Unternehmen spezialisierte Dienst kununu, wie man seine Web Reputation gehörig in den Sand setzen kann.

Bereits im Oktober 2008 wurde auf dem Blog ein kleiner Artikel über Job-Bewertungsportale veröffentlicht. Darauf hin schreibt Marcus als Kommentar, dass er von dem Geschäftsmodell und von kununu an sich schon mal gar nichts hält. Auch kununu liest in diesem Blog mit und reagiert am 20. März 2009 (Oktober – März, die Reaktionsgeschwindigkeit ist atemberaubent). ABER anstatt dem Ganzen mit einem offiziellem Statement entgegenzutreten, versucht man anonym, unter dem Namen Katrin L., den Dienst kununu und seines Gleichen wieder ins rechte Licht zu rücken. Dumm nur, wenn man das als Mitarbeiter von kununu von dem Rechner an seinem Arbeitsplatz tut und dann dabei auch noch auffliegt. Am Ende postete daraufhin Sepita:

Hallo Kathrin L., danke für deinen Kommentar.

Das Problem daran ist leider, dass es auf sehr schlechtes Online Reputation Management hinausgeht. Da deine IP aus dem Netzwerk der Firma Kununu stammt, ist deine Aussage leider ein wenig fragwürdig. Wir wünschen Euch aber nichtsdestotrotz viel Erfolg für die Zukunft.

Viele Grüße, Sepita

Vielen Dank für diesen Kommentar!

Die Wahrheit über Twitter

Wahl 2.0: Was macht eigentlich…!?

Als kleine Zugabe zum vorherigen Beitrag, wo bereits der Wahl im Web Monitor vorgestellt wurde,  möchte ich an dieser Stelle eine weitere Seite zum Thema Online-Wahlkampf hervorheben: wahl.de .

Auf der Seite werden alle Online-Aktivitäten der fünf im Bundestag vertretenen Parteien sowie die Aktivitäten der rund 500 erfassten Politiker festgehalten. Anhand der Seite kann man wunderbar sehen, wie die Parteien insgesamt mit dem „neuen“ Medium Social Media umgehen und in welcher Intensität sie es vor allem nutzen. Gelistet werden bei jeder Partei und bei jedem Politiker kleine Icons, die anzeigen, was wie genutzt wird. Neben dem Microbloggingdients Twitter werden hier auch Profile und Aktivitäten bei Facebook, last.FM, myspace, sevenload, studiVZ und YouTube erfasst.