Social Media: Wenn der Arbeitgeber mitliest

Wer kennt das nicht – man ist krank, liegt zu Hause im Bett, versucht sich zu erholen und surft mit seinem Laptop oder seinem iPhone  im Internet. In Zukunft sollte sich wohl jeder dreimal überlegen, ob man während seiner Erkrankung mal eben seine Profile in den jeweiligen Communities checkt.

In der Schweiz wurde letzten November eine Angestellte während ihrer Erkrankung auf Facebook gesehen und daraufhin gekündigt. Begründung: „Wer Facebook besuchen kann, kann auch arbeiten.“

Interessant ist auch .wie der Arbeitgeber und die Versicherung an die Daten gekommen sind. Laut Aussage der (Ex-) Angestellten, wurde sie über einen Fake-Account (eine angebliche Arbeitsbekanntschaft), ausspioniert. Dies bestreiten jedoch Arbeitgeber und Versicherung – was sonst.

Zeigt mal wieder, dass man sich gut überlegen sollte, an wen man seine Kontaktdaten oder in dem Fall „Kontrolldaten“ preisgibt. Das Web 2.0 oder der persönliche Online-Ruf wird einem sonst schneller zum Verhängnis als einem lieb ist.

Mehr Infos zu dem Fall gibt’s hier.

Verhaltenskodex für Online Plattformen

Nach anhaltender Kritik  haben die Betreiber der  großen Online-Plattformen von studiVZ, schülerVZ, Lokalisten und wer-kennt-wen.de reagiert und einen Verhaltenskodex verabschiedet. Durch diesen Kodex möchte man unter anderem das immer öfter auftretende Cyber-Mobbing bekämpfen. Auch andere Belästigungen jeder Art sollen so eingedämmt werden. Zudem wolle man mit Informationen gezielt Erziehungsberechtigte über den Schutz ihrer Kinder aufmerksam machen.

Folgende Vorteile für die Benutzer von Online-Plattformen bringt der neue Verhaltenskodex mit sich. Sollte sich ein Benutzer von einer Plattform verabschieden, dann werden die Daten im Hintergrund nun auch wirklich gelöscht. Gleichzeitig werden Profile von Mitgliedern, welche unter 16 Jahre alt sind,  in Suchmaschinen nicht mehr angezeigt. Außerdem wurde der Schutz von Mitgliedern innerhalb der Community auch noch mit besseren Schutzmechanismen versehen, weil nur noch Personen das Profil eines Benutzers einsehen können, die auch auf der Freundesliste stehen.

Trotzdem ist zu kritisieren, dass die auch in Deutschland aktiven Plattformen Myspace und Facebook den Verhaltenskodex nicht unterschrieben haben und somit auch nicht anwenden werden. Immerhin vereint Myspace nach eigenen Angaben rund fünf Millionen deutsche Benutzer. Facebook vereint nach Medienangaben immerhin noch 2 Millionen deutsche Benutzer.

Es bleibt abzuwarten wie effektiv der Verhaltenskodex sein wird. Selbstverständlich ist es der richtige Schritt, welcher schon lange hinfällig war. Aber trotzdem muss man immer beachten, dass es einen hundertprozentigen Schutz wohl nie geben wird. Wie auch schon die Betreiber von studiVZ gesagt haben, ein richtiger Schutz setzt die Mitarbeit der Benutzer der Community voraus.

Hier finden Sie den Verhaltenskodex online: http://www.fsm.de/inhalt.doc/VK_Social_Networks.pdf