Cyber-Mobbing Archive

Cyber-Mobbing: Erste Haftstrafe in Großbritannien

Bereits viele Menschen wurden im Internet beleidigt und bedroht. Erstmals ist in Großbritannien eine 18-jährige Britin, die auf Facebook eine ehemalige Schulkameradin mit dem Tod bedrohte, zu einer Haftstrafe verurteilt worden.

Die verurteilte Britin hatte ihr Opfer seit Jahren verbal und auch körperlich bedroht. Dafür wurde sie jetzt bestraft und muss für drei Monate in eine Jugendstrafanstalt, berichten britische Medien. Zusätzlich darf die Verurteilte in den nächsten fünf Jahren weder Kontakt zu ihrer Bekannten aufnehmen, noch Kommentare über sie im WWW verbreiten.

Mobbing im Netz wird immer mehr zum Volkssport. In Social Networks werden Gruppen gegründet, die nur einem Zweck dienen – Mobbing. Der Unterschied zum „typischen Mobbing auf dem Schulhof“ ist klar: Es geht schneller und viel mehr Personen bekommen es mit bzw. werden involviert. Und wie bereits allseits bekannt sein dürfte, kann das Internet nur schwer etwas vergessen. Somit bleibt im Netz, was im Netz ist. Das kann unangenehme Spätfolgen haben, da auch spätere Arbeitgeber auf diese Daten zurückgreifen könnten.

In jedem Fall ist die Verurteilung ein Präzedenzfall, der hoffentlich viele der Unruhestifter im Netz zurück auf den Boden der Tatsachen holt.

Verhaltenskodex für Online Plattformen

Nach anhaltender Kritik  haben die Betreiber der  großen Online-Plattformen von studiVZ, schülerVZ, Lokalisten und wer-kennt-wen.de reagiert und einen Verhaltenskodex verabschiedet. Durch diesen Kodex möchte man unter anderem das immer öfter auftretende Cyber-Mobbing bekämpfen. Auch andere Belästigungen jeder Art sollen so eingedämmt werden. Zudem wolle man mit Informationen gezielt Erziehungsberechtigte über den Schutz ihrer Kinder aufmerksam machen.

Folgende Vorteile für die Benutzer von Online-Plattformen bringt der neue Verhaltenskodex mit sich. Sollte sich ein Benutzer von einer Plattform verabschieden, dann werden die Daten im Hintergrund nun auch wirklich gelöscht. Gleichzeitig werden Profile von Mitgliedern, welche unter 16 Jahre alt sind,  in Suchmaschinen nicht mehr angezeigt. Außerdem wurde der Schutz von Mitgliedern innerhalb der Community auch noch mit besseren Schutzmechanismen versehen, weil nur noch Personen das Profil eines Benutzers einsehen können, die auch auf der Freundesliste stehen.

Trotzdem ist zu kritisieren, dass die auch in Deutschland aktiven Plattformen Myspace und Facebook den Verhaltenskodex nicht unterschrieben haben und somit auch nicht anwenden werden. Immerhin vereint Myspace nach eigenen Angaben rund fünf Millionen deutsche Benutzer. Facebook vereint nach Medienangaben immerhin noch 2 Millionen deutsche Benutzer.

Es bleibt abzuwarten wie effektiv der Verhaltenskodex sein wird. Selbstverständlich ist es der richtige Schritt, welcher schon lange hinfällig war. Aber trotzdem muss man immer beachten, dass es einen hundertprozentigen Schutz wohl nie geben wird. Wie auch schon die Betreiber von studiVZ gesagt haben, ein richtiger Schutz setzt die Mitarbeit der Benutzer der Community voraus.

Hier finden Sie den Verhaltenskodex online: http://www.fsm.de/inhalt.doc/VK_Social_Networks.pdf