Ranken 2011 – Social überrollt SEO!?

Nachdem Anfang April Google´s Rankingfaktoren 2011 von SEOmoz vorgestellt wurden, ging ein lautes Raunen durch die heile Welt der SEOs – Social ist In, der Rest ist Out. Wenn man sich so durch einige Weblogs liest, dann scheint Social Media die herkömmliche Suchmaschinenoptimierung förmlich zu überrollen. Doch ist das wirklich so? Sollten wir uns am besten nur noch um eine saubere OnPage-Optimierung kümmern und im Anschluss Facebook, Twitter & Co. bis zum Anschlag penetrieren?

Hier noch einmal die Präsi von SEOmoz als Einstieg:

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Einfluss von Likes & Shares über Facebook sowie Tweets & Retweets über Twitter in Hinblick auf das organische Ranking immer mehr zunimmt. Die „alten“ Dauerbrenner, wie z.B. Links und Domainname, verlieren dagegen mehr und mehr an Wert. Aufgrund dieser Ergebnisse gehen viele nun bereits soweit zu sagen, dass derartige Signale die neuen Links sind und dementsprechend die herkömmliche OffPage-Optimierung der „Social-Optimierung“ weichen muss. Dass der Einfluss von Social-Signals zugenommen hat und in Zukunft auch weiterhin zunehmen wird, davon sind auch wir überzeugt. Warum auch nicht!? Je mehr über ein Projekt im Netz gesprochen, desto relevanter ist es (meistens) schließlich auch  für den User. Wir denken nur, dass das Ausmaß von Branche zu Branche unterschiedlich sein wird.

Hot or not?

Ein wichtiger Punkt, den sicherlich auch Google & Co. in Zukunft berücksichtigen werden, ist der Bereich, in welchem sich mein Projekt bewegt. Ist mein Produkt „hot“ bzw. hat ein großes Potential auf Weiterempfehlungen (z.B. Modeartikel, Finanz-produkte) oder bewege ich mich doch eher in einem Bereich, der nicht all zu sexy attraktiv für die große Masse ist (z.B. Messebau)? Diese Fragestellung sollte definitiv in die Vorabanalysen sowie in die Erarbeitung der Strategie mit einbezogen werden.

Wer ein Projekt mit Angeboten, die für eine große Masse von Interesse sind, betreut, der wird in Zukunft nicht mehr ohne Bemühungen in Social-Mediakanälen auskommen. Suchmaschinen werden gern in solchen Bereichen die Signale aus dem Social Web in ihre Ergebnisse mit einfließen lassen, um den Usern stets die derzeit relevantesten Webseiten zu der jeweiligen Anfrage präsentieren zu können. Ein Marke, die es schafft, besser mit ihrer Zielgruppe ins Gespräch zu kommen und dementsprechend an vielen zusätzlichen Stellen weiterempfohlen wird, wird sicherlich auch in den Suchergebnissen besser zu finden sein, als ein Projekt mit einem nur sehr geringen Aktivitätsgrad in sozialen Netzwerken.

Auf der anderen Seite gibt es dann jedoch Projekte mit Angeboten, die nicht so spannend sind und nur auf eine sehr kleine Zielgruppe abzielen. Betreiber von solchen Webseiten wollen und können sich nicht um eine Verbreitung ihrer Angebote im Social Web kümmern. Die Einen können nicht, weil sie beispielsweise eine regionalausgerichtete Webseite zu ihrem Handwerksbetrieb betreiben, wo einfach die Zeit oder das Geld für zusätzliches externes Know-how fehlt. Hier ist man in der Regel schon froh, wenn man die Kosten für die (klassische) Suchmaschinen-optimierung abdecken kann. Und die Anderen wollen nicht, weil sie eine Webseite mit Angeboten haben, die nichts für die breite Masse sind bzw. Produkte und/oder Dienstleistungen anbieten, die so privat sind, dass diese keiner gern teilen möchte. In solchen Segmenten werden auch weiterhin die Historie, Empfehlungen über Backlinks, Places-Profile usw. zur Bewertung herhalten müssen.

Parallelen bei „Alt & Neu“

Was wir ebenfalls aus dem vorherigen Bereich mitnehmen können ist, dass auch mit einem größeren Einfluss von Social Media eine Binsenweisheit aktuell bleiben wird: Die SEO-Maßnahmen müssen individuell auf jedes Projekt zugeschnitten sein. Das war so und das wird auch so bleiben. Je nach Anforderung muss ein professioneller Optimierer die eine oder andere Maßnahme für das jeweilige Projekt angehen oder kann sie auch (teilweise) vernachlässigen.

Nicht übertreiben! Ein Tipp, den man sicherlich weiterhin beherzigen sollte. Neben dem Linkaufbau kommt nun bei manchen Projekten auch noch der Aufbau einer adäquaten Fanbase hinzu, die die entsprechenden Signale an die Suchmaschinen senden soll. Wie beim Linkaufbau sollte auch hier darauf geachtet werden, dass eine ungewöhnliche Beliebtheit nicht vorgetäuscht wird. Wer es hier übertreibt, d.h. versucht über zahlreiche Gewinnspiele ohne Botschaft die Anzahl der Anhänger zu erhöhen, der wird sich, ähnlich wie bei einem übertriebenen Linkaufbau, einer näheren Überprüfung unterziehen müssen. Eine entsprechende Herabstufung in den Suchergebnissen ist nicht ausgeschlossen. Also auch hier gilt: Qualität vor Quantität!

Entscheidend wird weiterhin ein gesunder Mix aus allen Maßnahmen sein. Eine Homepage, welche nur über eine Maßnahme (unnatürlich) aufgebaut ist, wird immer Aufmerksamkeit erregen – in der Regel keine positive. Neben dem Ausbau der sozialen Vernetzung wird es demnach immer wichtig sein, dass eine Webseite ansprechend für den User ist, vernünftige Inhalte bietet,  eine gründliche OnPage-Optimierung vorweisen kann und eben auch Empfehlungen in Form von Links bekommt. Nur so kann sich eine Homepage eine Reputation aufbauen, die dauerhaft für gute Ergebnisse sorgt.

Fazit

Social Media Maßnahmen werden die SEO nicht ersetzen bzw. überrollen. Sie werden ein Teil der Suchmaschinenoptimierung, wie bereits so viele andere Faktoren zuvor. Ein Suchmaschinenoptimierer muss in Zukunft diesen weiteren Aspekt einfach beherrschen, um je nach Situation entsprechende Maßnahmen für sein Projekt oder auch das des Kunden einzusetzen. Was auf jeden Fall nicht eintritt, ist, dass die soziale Vernetzung eine saubere Verlinkung komplett ersetzen wird.

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