Online-Reputation: Unternehmen und Persönlichkeit

Eine der vielen Veränderungen, die das Social Internet mit sich bringt ist, dass die Kluft zwischen geschäftlichem und privatem Leben immer kleiner wird. Die Arbeit ist nicht mehr eine Aktivität von 9 bis 17 Uhr. Handys, E-Mail, Laptops und High-Speed-Internet bedeutet, dass unser berufliches und privates Leben immer mehr miteinander verschmelzen.

Diese Tatsache wirft meines Erachtens eine Frage auf: Wie viel Persönlichkeit sollte in Ihrem Unternehmen stecken bzw. wie viel Unternehmen sollte in Ihrer Persönlichkeit stecken?

In seinem Post Business Isn´t Personal, warnt J. Jantsch davor, Personal Branding mit dem Aufbau eines Geschäfts zu verwechseln. Diese beiden Dinge müssen getrennt sein und bleiben, weil wenn man, seiner Auffassung nach, seine Persönlichkeit aufbaut, das Geschäft auf der Strecke bleibt.

Auf der einen Seite kann ich sein Argument verstehen – ein Unternehmen muss was sein bzw. anbieten, was man verkaufen kann und wenn man sein Geschäft nur langsam über den Aufbau seiner Online-Reputation entwickelt, dann wird es nicht wirklich (schnell) bergauf gehen. Aber ich denke, dass das nicht völlig zutrifft.

Ja, es ist richtig, wenn man sich hauptsächlich auf sein Unternehmen konzentriert. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass man selbst ein wesentlicher Bestandteil des Unternehmens ist. Ob man es will oder nicht, die bzw. Ihre Persönlichkeit beeinflusst die Sichtweise anderer auf das Unternehmen. Gerade heute im Zeitalter des Web 2.0 . Jeder einzelne Mitarbeiter ist quasi ein Aushängeschild der Firma und wenn dieses Aushängeschild potentiellen Kunden oder Investoren nicht zusagt, dann sehen diese wahrscheinlich schneller von einem Kauf bzw. einer Investition ab, als Ihnen lieb ist.

J. Jantsch erkennt auch, dass man mit einer persönlichen Reputation starten muss, aber er sagt auch ganz klar, dass man sich zu einer Marke weiterentwickeln muss, unabhängig vom Aufbau seiner persönlichen Online-Reputation. Auf jeden Fall! Ich denke jedoch, dass man es sich heutzutage nicht leisten kann, mit der Arbeit an der persönlichen Web Reputation aufzuhören. Man weiß nie zu 100 Prozent was mal passieren wird und wenn man sich mal umorientieren muss, dann darf meiner Meinung nach meine eigene Marke, nämlich ICH, nicht im Rückstand sein. Von daher: Aufs Geschäft konzentrieren, aber sich selbst nicht vergessen.

Grundsätzlich geht es in seinem Post darum, dass es schwierig ist, eine persönliche Marke zu verkaufen, aber ich bin mir nicht wirklich sicher, dass das die Meisten wollen. Ich denke die meisten User, die ihr eigenes Branding vorantreiben neben dem Aufbau eines Geschäfts, versuchen, den Aufbau Ihres Online-Rufs als Unterstützung zu nutzen, um Ihr Geschäft schnellstmöglich voran zu bringen. Natürlich wollen sie dies nicht auf Kosten der Web Reputation Ihres Unternehmens – es muss ein Gleichgewicht sein. Ich denke, zu weit in die eine oder andere Richtung wird auf Dauer nicht funktionieren.

Letztendlich setzt Social Media voraus, dass man eine Persönlichkeit hat und diese ist nun mal sichtbar. Und je mehr Sie an Ihrem Online-Ruf arbeiten, desto mehr Menschen werden beginnen Ihnen zu Vertrauen und somit letztlich auch Ihrer Marke bzw. Ihrem Unternehmen.

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